Ägypten: die Pyramiden von Gizeh, Tell Amarna und das Tal der Könige entdecken

Ägypten

Kaum ein anderes Land besitzt wie Ägypten so reiche Kunst- und Kulturschätze aus verschiedenen Jahrtausenden. Neben den weltberühmten ägyptischen Kulturdenkmälern, gibt es in Ägypten auch bedeutende griechisch-römische, arabische und koptische Kunstschätze. Von den Sieben Weltwundern der Antike standen zwei in Ägypten: der Leuchtturm von Pharos in Alexandria und die Pyramiden von Gizeh.

Pyramiden von Gizeh

Diese sind heute die einzigen erhaltenen Bauwerke, die von den Weltwundern der Antike bis heute erhalten geblieben sind. Sie haben bereits Napoleon in seinen Bann geschlagen, der seinen Soldaten 1798 zurief, daß eine viertausendjährige Geschichte auf sie herabblickt. Napoleon gewann bei den Pyramiden eine Schlacht gegen ägyptische Mamelucken, doch endete sein Ägyptenabenteuer bald, als England Seeheld Lord Nelson die französische Nachschubflotte vernichtete. Napoleons Abenteuer wäre ziemlich folgenlos geblieben, wenn er nicht namhafte Experten und Wissenschaftler mitgebracht hätte. Einem von ihnen Champollion gelang die Dechiffrierung der ägyptischen Hieroglyphen womit die moderne Ägyptologie begann.

Tell Amarna

In Tell Amarna bewegen sich Reisende auf Schritt und Tritt auf den Spuren Pharao Echnatons und seiner Gattin Nofretete. Echnaton war der erste Monotheist, er wollte die alten ägyptischen Gottheiten abschaffen und begründete einen solaren Monotheismus, der nur noch den Sonnengott Aton verehren wollte. Der Pharao kann daher durchaus als ein Vorläufer von Abraham, Moses, Jesus und Mohammed gelten. Echnaton legte sogar seinen Namen Amenophis IV. ab und nannte sich nach Aton Echnaton. Er und seine Gattin Nofrete begründeten in der bildlichen Darstellung einen ganz eigenen Stil, der den Herrscher in privatem Umfeld zeigte und der in der Geschichtswissenschaft und Archäologie den Namen Tell Amarna Stil bekam. Nach Echnatons Tod verfiel der Pharao einer Art Damnatio Memoriae, und seine Nachfolger führten die alte Religion wieder ein. Einer von Echnatons Nachfolgern, die sein Andenken vernichteten, war Tutench Amun, ein eigentlich herzlich unbedeutender Kinderpharao, der allerdings weltberühmt wurde durch Howard Carters sensationellen Fund 1922 im Tal der Könige

Tal der Könige

Das Tal der Könige ist heute eine der touristischen Hauptattraktionen Ägyptens. Aus konservatorischen Gründen dürfen Reisende nur bestimmte Gräber besichtigen. So ist das von Sethos I. seit Jahren gesperrt, und um das Grab Tutench amuns zu besichtigen, müssen die Reisenden ein Extraticket kaufen. Wie auch an anderen Sehenswürdigkeiten ist filmen und fotografieren in den Gräbern verboten.

Wer in Kairos Smog einen der großen Basare und das Ägyptische Museum besucht hat, der hat sich zur Belohnung eine Nilkreuzfahrt verdient. Das hat Tradition, und vielleicht muß die Eine oder der Andere an Kleopatra VII. denken, die letzte große Königin von Ägypten aus der Dynastie der Ptolemäer. Caesar, ein verwöhnter Lebemann, war geradezu hingerissen von der Griechin und ihrer Barke, ein schwimmendes Grandhotel, mit dem die beiden bis nach Nubien fuhren. Sicher haben auch Caesar und Kleopatra in Luxor angehalten, um dort den Tempel des Amun und der Hatschepsut zu besichtigen.

Eines der schönsten Bonbons einer Nilkreuzfahrt, damals wie heute, ist das Heiligtum von Abu Simbel. Wegen dem Bau des Assuanstaudamms mußte die Tempelanlage um einige dutzend Meter versetzt werden. Der Bau verherrlicht die Taten eines der bedeutendsten Pharaonen Ramses II. Die Wandgemälde nehmen Bezug auf eine große Schlacht des Pharaos, die von Kadesch gegen die Hethiter. Ramses trägt hier mächtig dick auf, denn in Wirklichkeit war er nur knapp einer Katastrophe entkommen. Caesar dürfte geschmunzelt haben, als ihm Kleopatra die Inschriften übersetzte.